Persönliches

Wir sind Glückspilze! / Das gibt uns die Krise / Blogger berichten über die positiven Seiten der Pandemie

30. April 2020

Seit sechs Wochen kein anderes Thema, überall, kein Entkommen möglich. Wir stecken alle mittendrin, die ganze Welt zusammen und dennoch war die Einsamkeit nie größer, Corona!

Positives in der Corona Krise

Erst war es Urlaub

Meine Kinder und ich waren schon vor Corona ein gutes Team. Wir sind durch den Job meines Mannes die meiste Zeit zu viert. Daher war die Umstellung nicht so groß, wie vielleicht für andere von Euch. Meine drei Töchter und ich gehörten daher vor sechs Wochen zu den Menschen, denen die Kontaktsperre überhaupt nichts ausgemacht hat. Auf den Punkt gebracht: Wir haben uns gefreut. Gefreut über die Freizeit, abends länger wachbleiben, morgens länger schlafen, Essen wann wir wollen, spielen wann wir wollen, Filme unter der Woche schauen, keine Termine zu haben, freie Wochenenden zu haben, nicht zu hetzen, an fast nichts denken zu müssen. Für uns war das geschenkte QualityTime. Schulaufgaben gab es zwar, aber mehr als eine Stunde täglich, waren meine beiden Großen damit nicht beschäftigt. Der Rest des Tages gehörte uns.

Unser neuer Mitbewohner

Nach ein paar Tagen merkte ich, dass durch dieses Lotterleben ein gewisser Herr Chaos einzog. Mein Mann arbeitet gewohnt weiter außer Haus. Wir sind dann aber immer noch 4 Personen, welche 24 Stunden zu Hause sind. Wir alle breiteten uns immer weiter aus. Die eine mit kreativen Ideen, die andere mit Spielideen und die nächste mit Experimenten in der Küche. Unsere Schlafenszeiten verschoben sich, aber waren alle unterschiedlich. Die erste von uns brauchte schon ein Mittagessen, da hatte die letzte von uns noch gar nicht gefrühstückt. Eine gewisse Unzufriedenheit schlich sich vor allem bei mir ein.

PingPongMama

Ich fühlte mich immer mehr mehr wie ein PingPong. Zwischen Haushalt und den Kindern blieb mir nichts, keine Pause zum Durchatmen, gar nichts. Und trotzdem sah es am Ende des Tages nicht so aus, als hätte ich etwas geschafft. Und dabei hatte ich so einiges geschafft, aber vieles davon ist nicht sichtbar. Das frustrierte mich zunehmend. Das spürten meine Kinder natürlich auch, wenn ich aus dem Nichts heraus Forderungen stellte oder einfach genervt war.

Die Lösung: Ein Plan

Wir brauchten ganz offensichtlich Struktur. Ein Plan war und ist hier immer noch die Lösung. Wir setzen uns morgens zusammen und ein schreiben einen Tagesplan. Auf diesem Plan steht alles, wirklich alles, was wir uns für diesen Tag vornehmen. Gestern sah unser Plan so aus:

  • Schule
  • Instrumente üben
  • Rausgehen
  • Sport
  • Pfannkuchen/Wraps
  • kleines Bad putzen
  • Hühnerstall säubern
  • Törtchen
  • Küche wischen
  • Wohnbereich saugen
  • Flur OG aufräumen
  • Xbox spielen
  • HandyApps laden
  • Nähmaschine checken
  • Sachen bei ebayKleinanzeigen einstellen
  • Blogartikel schreiben
  • Wäsche waschen
  • Socken sortieren
  • Drogerieeinkauf

Alle rot markierten Positionen haben wir nicht geschafft, ok, drei davon sind meine 😉 Daran seht Ihr, dass ich immer noch wenig Zeit für mich habe. Aber mit dem ganzen Rest, stehe ich nicht mehr alleine da. Wir sind gemeinsam dafür zuständig. Alle sehen schwarz auf weiß, was zu erledigen ist. Wenn etwas erledigt ist, Haken wir es ab. Was wir nicht geschafft haben, verschieben wir auf den nächsten Tag. Für uns funktioniert es super.

Positiv an Corona ist…

Wer mich schon etwas länger kennt, weiß, dass ich ein extrem optimistischer und positiver Mensch bin. Ich kann so gut wie jeder Situation etwas Positives abgewinnen. Damit mache ich manche Menschen auch wahnsinnig. Vielleicht ist das ein Schutzmechanismus, denn Negatives belastet und ohne Last lebt es sich leichter.

Es gibt für mich 4 wirklich positive Effekte durch diese Krise, welche ich nicht vorhergesehen habe:

  • Wir brauchen kein Entertainment.

Wir sind gerne und viel unterwegs, machen viele Ausflüge, besuchen Museen, Feste und gehen ins Theater. Aber, es geht auch ohne. Wir wissen nun schon seit 6 Wochen etwas mit uns anzufangen, nur mit uns und ohne, dass jemand unzufrieden ist.

  • Wir verbringen mehr Zeit als gesamte Familie.

Die freien Wochenenden sind für uns als Familie besonders schön. Diese sind sonst vollgepackt mit Hobbys, Verabredungen und allem, was wir unter der Woche nicht geschafft haben. Nun haben wir Zeit, alle fünf gemeinsam. Wir machen lange Fahrradausflüge, Spaziergänge und sitzen abends am Feuer. Alles ohne Zeitdruck. Das ist einfach nur schön. Ich wünsche mir, dass wir uns davon einiges für die Zeit nach Corona bewahren und unsere Wochenenden mit mehr gemeinsamer Zeit füllen können.

  • Die Gemeinschaft hält zusammen

In der heutigen Zeit, machen viele ihr eigenes Ding, sind getrieben und können sich vielleicht auch nur um sich kümmern. Durch die Krise habe ich den Eindruck, dass sich die Menschen wieder mehr „sehen“ und sich unterstützen. Gerade für unsere Kinder, finde ich das ein schönes Signal, dass es immer Menschen gibt, welche anderen Menschen helfen. Dass man nie alleine ist.

  • Uns geht es so verdammt gut

Wir leben in Deutschland. Wir haben den 6er im Lotto mit Zusatzzahl. Schaut einmal in die Welt. Würdet Ihr Euch wünschen, jetzt woanders zu leben? Ja wir sind Spießer, wie sind sehr genau und sehr ordentlich. Und verdammt, genau das zahlt sich gerade für uns alle aus. Unsere Politik und unser Gesundheitswesen machen einen guten Job, jetzt wo es darauf ankommt, sieht man es. Ich bin froh, in so einem Land zu leben. Es ist ein glücklicher Zufall, für den ich sehr dankbar bin.

Fazit

Wichtig ist, dass wir, unsere Familien und Freunde gesund sind und bleiben. Aber auch unsere Beziehungen zueinander. Wir haben alle gelernt, sie weiter zu pflegen, anders, aber vielleicht auch teilweise intensiver. Seid stolz auf Euch, Eure Familie und auf das Land, welches uns durch diese Krise führt. Wir sind Glückspilze!

 

Was zieht Ihr Positives aus dieser Krise? Fällt es Euch leicht oder schwer? Ich freue mich sehr über Eure Kommentare.

 

Meine Bloggerkolleginnen haben auch über Positives in der aktuellen Krise geschrieben. Schaut vorbei bei:

Tamara von Mamamal3

Carolin von Einfach Carolin

Anita von Mamaskiste

Natalia von Simplylovelychaos

Miriam von How I met my mom life

Nele von Faminino

Anna von Achthorn

 

Viel Spaß beim Lesen dieser tollen Beiträge,

Alexandra

 

 

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5 Kommentar

  • Antworten Anita 1. Mai 2020 at 17:11

    Du hast so recht liebe Alexandra, ich wäre jetzt auch nirgends lieber als hier bei uns in Deutschland! Wenn wir da jetzt alle zusammenhalten, können wir gut durch die Krise kommen!

    • Antworten Alexandra 13. Mai 2020 at 0:18

      Genau Anita, so sehe ich es auch, danke 🙂 Liebe Grüße, Alexandra

  • Antworten Das gibt uns die Krise - Blogger berichten über die positiven Seiten der Pandemie - Einfach Carolin 2. Mai 2020 at 10:00

    […] Mädchenmutter.de – Wir sind Glückspilze […]

  • Antworten An Krisen wachsen - was ich durch die Corona-Krise lerne - Faminino 5. Mai 2020 at 10:38

    […] von Mama mal 3 Carolin von Einfach Carolin Miriam von How I met my momlife Anita von Mamas Kiste Alexandra von Mädchenmutter Natalia von Simply lovely chaos Anna von […]

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