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So lernt Dein Kind das Aufräumen / Meine 3 bewährten Methoden

12. März 2020

„Mein Kind ist so unordentlich“, „Mein Kind räumt nie auf“, „Mein Kind kann nicht aufräumen“, … Wer kennt sie nicht, verzweifelten Sätze von Eltern und vielleicht auch von Dir. Vorweg kann ich schon einmal sagen, nimm es nicht persönlich, Dein Kind ist ganz normal, so gut wie kein Kind räumt gerne oder sogar freiwillig auf. In diesem Artikel gebe ich Dir meine bewährten Methoden an die Hand, mit denen sich das Thema Aufräumen auch bei Dir zukünftig entspannt. Alle meine drei Kinder räumen immer noch nicht gerne auf, aber sie haben es gelernt und machen es, wenn es nötig ist.

 

Selbstständig Aufraeumen mit Kindern Tipps Methoden

Warum räumt mein Kind nicht auf?

Natürlich kenne ich Dein Kind nicht, aber für die meisten Kinder trifft es zu, dass sie keine Notwendigkeit für das Aufräumen sehen. Und das ist der entscheide Unterschied zu uns Erwachsenen. Wir räumen aus vielen verschieden Gründen auf:

  • um uns wohlzufühlen
  • der Hygiene wegen
  • für angekündigten Besuch
  • um nicht im Chaos zu versinken
  • um Dinge wiederzufinden

Da gibt es sicher noch viel mehr, teilweise auch ganz persönliche, Gründe. Wenn wir also aus Gründen aufräumen, haben wir dadurch einen Mehrwert. Wir fühlen uns dadurch wohler, wir haben wieder sauberes Geschirr, wir haben wieder fleckenfreie Wäsche, der Besuch wird sich wohlfühlen, alles hat seinen Platz, wir brauchen nichts suchen, etc…. Dafür nehmt Ihr das ungeliebte Aufräumen in Kauf, denn Ihr bekommt etwas dafür.

Eurem Kind, ist das alles nicht wichtig!

Und deswegen räumt es nicht von alleine auf. Und das wird auch noch sehr lange so bleiben, da möchte ich Euch gar nichts vormachen. Je älter Eure Kinder werden, desto eher kommt es vor, dass sie von sich aus Aufräumen, aber wahrscheinlich nie dauerhaft. Vielleicht räumen sie auf, weil der beste Freund zum Übernachten kommt und sie Platz für eine Matratze brauchen. Dann sehen sie nämlich einen Sinn darin, der Freund kann nur übernachten, wenn Platz dafür da ist, also wird er geschaffen. Die Belohnung ist der Übernachtungsgast.

Mit wievielen Jahren kann mein Kind das Aufräumen lernen?

Die gute Nachricht: Immer, es ist nie zu spät 😀

Wann sollte ich beginnen, meinem Kind das Aufräumen beizubringen?

Je früher damit begonnen wird, desto selbstverständlicher ist es für Dein Kind. Natürlich kann man sagen, ich räume die ersten Jahre lieber selbst auf, ich bin viel schneller. Allerdings animierst Du Dein Kind so nicht dauerhaft zum Aufräumen, Du nimmst es Deinem Kind ab und es wird sich dafür nie zuständig fühlen. Mein Tipp: Beginne damit, sobald Dein Kind laufen kann und sei schon davor ein gutes Vorbild. Auch sehr kleine Kinder erfassen Abläufe schnell und gut.

Aufraeumen mit Kindern lernen Tipps Methoden

Wie bringe ich meinem Kleinkind das Aufräumen bei?

Alles im Kinderzimmer sollte einen festen Platz haben, das erleichtert Dir und Deinem Kind Ordnung zu halten. Integriere das Aufräumen von Anfang an mit in Euren Alltag:

  • räume auf, wenn Dein Kind wach ist
  • räume auf, wenn Dein Kind dabei ist
  • räume Spielsachen nach dem Gebrauch zurück

Im Alter von ca. einem Jahr wirst Du merken, dass Dein Kind gewisse Dinge schon selbstständig machen möchte, dazu zählt auch immer wieder das Wegräumen von Dingen. Das funktioniert nicht von Anfang an perfekt und hängt oft mit der Motorik zusammen. Ermutige und lobe Dein Kind, auch wenn etwas danebengegangen ist oder nicht an den richtigen Platz geräumt wurde. Das Lob ist eine Belohnung für Dein Kind und es hinterlässt ein schönes Gefühl. Für dieses schöne Gefühl, wird Dein Kind immer wieder etwas Wegräumen. So profitierst Du von der „Positiven Verstärkung“.

Wie räume ich ein ganzes Zimmer mit meinem Kind auf?

Wir kennen es alle, egal wie sehr wie am Ball bleiben, immer wieder muss auch ein ganzes Zimmer aufgeräumt werden. Das ist normal und kommt häufig nach Besuch von Freunden vor oder nach einer ausgiebigen Spielzeit mit Geschwistern. Da ist es meiner Meinung nach absurd, Kinder in ihrem Spielfluss zu stören und immer wieder an das Wegräumen zu erinnern. Lasst das sein, Kinder müssen frei spielen können ohne an etwas anderen denken zu müssen. Räumt danach oder am nächsten Tag gründlich auf, das reicht vollkommen aus und es bedeutet weder für Euch noch für Euer Kind Stress:

  • räumt gemeinsam auf
  • gib Deinem Kind Sachen zum Wegräumen
  • zeige die richtigen Plätze der Sachen

Es wird so sein, dass Du den Großteil aufräumst, das ist normal. Ein ganzes Zimmer komplett aufzuräumen überfordert selbst ältere Kinder und auch viele Erwachsene. Wichtig ist nach meiner Erfahrung, dass das Kind zum Mithelfen angehalten wird und in der Zeit nicht spielt. Ob es in der ganzen Zeit 3 oder 20 Teile weggeräumt, spiel keine Rolle. Lobt Euch anschließend für das Aufräumen und macht etwas schönes danach. Euer Lohn ist das wieder begehbare Zimmer, für Euer Kind hat sich das Aufräumen nicht gelohnt, wenn es anschließend nichts positives erfährt. Daher: Spielt nach dem Aufräumen im Zimmer, malt zusammen oder schaut ein Buch an. Jetzt ist für all das wieder Platz vorhanden.

Wie lernt mein Kind alleine aufzuräumen?

Der Übergang vom „Aufräumen mit Kind“ bis hin zu „das Kind räumt alleine auf“ dauert einige Jahre und ist normal. Es gehört zum Elternsein dazu. Ab dem Kindergartenalter an, könnt Ihr Eurem Kind langsam mehr Verantwortung übertragen. Ich habe in dieser Zeit 3 Methoden entwickelt, welche meine Kinder zu selbstständigen aufräumen animiert haben. Probiert es aus, ich bin mir sicher, auch Eure Kinder werden ab sofort Spaß am selbstständigen Aufräumen haben 😀

1. Bereich optisch begrenzen

Große Unordnung überfordert Kinder, sie wissen nicht, wo sie anfangen sollen und verlieren sich schnell und fangen wieder an zu spielen. Daher ist es sinnvoll, einen Bereich optisch zu begrenzen. Für ältere Kinder reicht es aus, wenn Ihr den Bereich festlegt. Für die Begrenzung nehmt ein Seil/ein Band/o. ä.. Bei uns haben sich die Seile von Eduplay(*) bewährt (übrigens: eines der besten Spielzeuge bei uns, schon seit vielen Jahren :D). Begrenzt den Bereich damit. Für das Wegräumen aller Sachen, welche innerhalb dieser Begrenzung liegen, ist das Kind zuständig. Nebenbei könnt Ihr im restlichen Zimmer aufräumen. Ihr werdet merken, wie erleichtert die Kinder sind, sie werden nicht überfordert und sehen klar, was zu tun ist.

Vorher:

Selbstständig Aufraeumen mit Kindern Tipps Methoden

 

Nachher:

Aufraeumen mit Kindern Tipps Methoden

2. Eine Zeit festlegen

Legt gemeinsam eine Zeit fest, welche das Kind konzentriert aufräumt. Das funktioniert auch schon gut, wenn das Kind noch kein großes Zeitgefühl hat. Wichtig ist, dass das Kind das Ende dieser Zeit wahrnehmen kann. Für die ganz Kleinen eignen sich dafür diese Sanduhren (*) wunderbar. Wir nutzen  digitale Küchentimer(*). Das Piepen nach Zeitablauf ist wichtig. Fangt mit kurzen Zeitspannen an, 3 Minuten für den Anfang reichen aus. Steigert die Zeit langsam oder wiederholt es mehrmals täglich.

Kinderzimmer Aufraeumen mit Kindern Tipps Methoden

3. Eine Anzahl festlegen

Für (angehende) Schulkinder ist diese Methode mit dem Handzähler(*) sehr schön. Die Kinder müssen Zahlen von 1 bis 9 kennen. Legt gemeinsam eine Anzahl an Sachen fest, welche von dem Kind selbstständig weggeräumt werden. Die Sachen darf sich Euer Kind selbst aussuchen. Für jede Weggeräumte Sache betätigt Euer Kind einmal den Zähler. Hier könnt Ihr schon mit 20 Sachen starten. Steigert die Anzahl langsam oder wiederholt es mehrmals täglich.

Aufraeumen mit Kindern Tipps Methoden

 

Tipp: Schaut auf Euer Kind bevor ich Bereiche vergrößert, Zeiten oder Anzahl erhöht. Manche Kinder sind schnell erschöpft und räumen besser in Intervallen auf, andere halten länger durch.

Mit diesen 3 Helfer soll es nicht das Ziel sein, ein ganzes Zimmer voller Chaos alleine aufzuräumen, so würde der Spaß ganz schnell wieder verfliegen. Aber so werden sie an das selbstständige Aufräumen spielerisch herangeführt und sie sind für eine gewisse Zeit oder für einen gewissen Bereich alleine zuständig.

Mit wievielen Jahren kann mein Kind alleine aufzuräumen?

Das ist von Kind zu Kind unterschiedlich, wirklich komplett zumuten würde ich es erst einem Kind um die 10 Jahre. Manche können es vielleicht schon früher und andere brauchen mehr Zeit. Unabhängig von dem Zeitpunkt, dürft Ihr Euer Aufräumen nicht mit dem Eures Kindes vergleichen. Seid nicht zu streng mit Ihnen, das demotiviert.

Hier noch einmal die von mir verwendeten Hilfsmittel(*):

 

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Ich hoffe, dass Ihr für Euch etwas mitnehmen könnt und das Thema Aufräumen sich dadurch auch bei Euch zu Hause entspannt 🙂 Habt Ihr noch Fragen oder eigene bewährte Tipps? Dann kommentiert diesen Beitrag. Ich freue mich über jedes Feedback von Euch 😀

 

Viele liebe Grüße,

Alexandra

 

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